In diesem Jahr fand erstmals die I-MOVE Konferenz in Lübeck statt und bot ein vielseitiges, interdisziplinäres Programm rund um Bewegung, Kognition und neurowissenschaftliche Methoden. Die drei Keynotes beleuchteten auf eindrucksvolle Weise die Bedeutung körperlicher Dynamik für die Hirnforschung: Freek van Ede zeigte, wie feinste Augen- und Kopfbewegungen Rückschlüsse auf interne Arbeitsgedächtnisprozesse erlauben, während Marlene Meyer die besonderen Herausforderungen und Chancen von EEG-Messungen bei Säuglingen hervorhob – einer Forschungsumgebung, in der Bewegung unvermeidbar ist und zugleich wertvolle Hinweise auf frühe kognitive Entwicklung liefert.
Besonders inspirierend war der Vortrag von Giacomo Novembre, der überzeugend darlegte, warum die Neurowissenschaft Bewegung noch stärker in den Mittelpunkt rücken sollte. Anhand von Arbeiten zu Musik, Tanz und sozialer Interaktion zeigte er, wie eng körperliche Rhythmen mit sozialen und musikalischen Prozessen verwoben sind und wie mobile Messmethoden dazu beitragen können, diese komplexen Dynamiken unter realitätsnahen Bedingungen zu erfassen.
Auch unsere Abteilung war mit einem Kurzvortrag und einem Poster vertreten. Wir präsentierten unsere Studie zur transkraniellen Wechselstromstimulation (c-tACS) über dem Kleinhirn während natürlichen Gehens und untersuchten deren Einfluss auf Gangdynamik sowie die Synchronität zwischen Stimulation und Bewegungsrhythmus. Unsere Ergebnisse zeigen unter anderem, dass eine 50-Hz-Stimulation Schrittlänge und Gehgeschwindigkeit erhöhen kann, während frequenzangepasste Protokolle insbesondere die phasenbezogene Kopplung zwischen Gang- und Stimulationsrhythmus modulieren.



Die I-MOVE 2025 bot einen hervorragenden Rahmen für wissenschaftlichen Austausch, methodische Diskussionen und neue Kooperationen. Wir blicken dankbar auf viele anregende Gespräche zurück – und freuen uns auf die Weiterentwicklung unserer Forschung im kommenden Jahr.














