Vom 9. bis 14. Mai 2026 fand in Lissabon der 17. Weltkongress der International Neuromodulation Society statt. Unter dem Motto „Neuromodulation: Bridging Minds, Machines, and Medicine" brachte der Kongress mehr als 1.800 Teilnehmende aus 75 Ländern zusammen – Klinikerinnen und Kliniker, Forschende, Ingenieurinnen und Ingenieure, Pflegekräfte, Therapeutinnen und Therapeuten sowie Vertreterinnen und Vertreter der Industrie. Das Programm verband Plenarvorträge, Workshops, Posterdiskussionen und Debatten, die weit über die Sitzungssäle hinaus fortgeführt wurden – ergänzt durch Community-Aktivitäten wie den NeuroRun.
Drei Beiträge waren für das Forschungsprofil der Abteilung besonders einschlägig. Jean-Pascal Lefaucheur referierte zur nicht-invasiven Hirnstimulation bei chronischen Schmerzen und formulierte darüber hinaus eine methodische Position: Zunächst seien die target circuits zu definieren – nicht pauschal „der Motorkortex"; bildgestützte Navigation solle zur Routine werden; und neuronale Plastizität folge vermutlich keiner linearen Dosis-Wirkungs-Kurve. Dirk De Ridder skizzierte einen netzwerkbasierten Ansatz der Neuromodulation, bei dem hyper-connected nodes gedämpft und under-connected nodes verstärkt werden – unter anderem durch colored-noise-Stimulation. Dieser Rahmen lässt sich direkt auf cerebello-kortikale Interaktionen bei Parkinson übertragen. Wolf-Julian Neumann zeigte eine EEG-basierte Dekodierung der Bewegungsinitiierung im Motorkortex und verglich Stop-and-go-Verhalten bei Menschen mit Parkinson und gesunden Kontrollpersonen – ein Paradigma mit engem Bezug zur eigenen Gangforschung der Abteilung.
Die Abteilung Sportpsychologie war mit einem Posterbeitrag zu frequenzspezifischer cerebellärer tACS während des Gehens bei Parkinson vertreten. Erste Auswertungen weisen auf frequenzspezifische, krankheitsabhängige Effekte cerebellärer tACS auf zentrale Gangparameter hin (u.a. Kadenz, Schrittzeit, mediolaterale Schwankung, lokomotorische Vigor) – ein Hinweis darauf, dass an gesunden Probandinnen und Probanden entwickelte Stimulationsprotokolle nicht ohne Weiteres auf klinische Populationen übertragbar sind.
Damit fügt sich der Beitrag der Abteilung in eine internationale Forschungslinie ein, in der individualisierte, netzwerkbasierte und zustandsabhängige Stimulationsansätze zunehmend an Bedeutung gewinnen.



















































